Inflationsbereinigter Höchststand von Gold von 1980 und die Folgen

Der 1980 erreichte Höchstwert von 850 USD je Feinunze Gold entspricht inflationsbereinigt einem heutigen Wert von weit über 2.000 USD. Gleichzeitig stützten Investoren durch die Substitution des Edelmetalls durch Anleihen den US-Dollar und ließen den Goldpreis damit um mehr als 60 % abstürzen.

Die Zentralbanken zogen die Lehren aus dem physischen Verkauf ihrer Goldbestände und modifizierten ihre Strategie zur Regulierung des Goldpreises. Dabei erhöhten sie ihren tatsächlichen Goldbestand, indem sie das Gold mehrfach zu niedrigen Zinssätzen verliehen. Da die Goldleihe in der Regel ohne physische Auslieferung, sondern lediglich in Papierform stattfindet, war eine fiktive Ausweitung des Goldangebots durch die Zentralbanken möglich.

Regen aus Goldmünzen

Die Käufer profitierten dabei vom „Gold carry trade“, also von dem Leerverkauf des geliehenen Goldes und der Reinvestition des Verkaufserlöses zu einem höheren Kapitalmarktzins. Dieses Prinzip des „fractional bankings“ (fraktionelles Mindestreservesystem) sorgte weiterhin für Druck auf den Goldpreis.

Die Crux an dieser Vorgehensweise ist darin zu finden, dass Gold im Gegensatz zu ungedecktem Papiergeld nicht beliebig erzeugt werden kann und somit die Gefahr besteht, dass ein solches „fractionalbanking“-System im Goldsektor einem Wunsch nach physischer Begleichung der bestehenden Terminmarktkontrakte durch eine Vielzahl von Marktteilnehmern gleichzeitig sehr wahrscheinlich nicht standhalten würde.

Eventuell ist hierin auch der Grund für die plötzliche und unerwartete Erklärung von 15 europäischen Zentralbanken aus dem September 1999 zu finden, zukünftig keine weitere Goldleihe mehr zu betreiben. Der Goldpreis hatte die folgenden Jahre im Anschluss an diese Erklärung einen nachhaltigen Anstieg zu verzeichnen.