Terminmarkt sendet eindeutiges Kaufsignal für Gold

Marktkommentar vom 04.12.2015

Edelmetalle werden weltweit auf zwei Arten gehandelt. Zum einen über den physischen Markt, wobei der „London Bullion Market“ der wohl bedeutendste Handelsplatz ist und zum anderen über den Terminmarkt, was primär über die New Yorker Börse „COMEX“ geschieht. Beide Marktplätze haben einen völlig unterschiedlichen Charakter. In London treffen große internationale Banken, Hersteller, Veredler, Verarbeiter und Produzenten außerbörslich aufeinander, die standardisierte Barren physisch handeln. Auf dem Terminmarkt der COMEX agieren hingegen zu 98% Spekulanten, die lediglich schnell Papierforderungen kaufen und verkaufen, wobei nur etwa 2% der Handelskontrakte auch physisch ausgeliefert werden. An der COMEX dreht sich also alles eher um Papier, während Gold und Silber in London physisch ausgetauscht werden. Arbitragegeschäfte zwischen London und New York sowie das Bedürfnis der Produzenten und Banken sich kurzfristig über den Terminmarkt mit Papierkontrakten abzusichern, auch wenn es ihnen eigentlich nur um physische Lieferungen geht, sorgen für eine weltweit gemeinsame Preisbildung.

Angebot und Nachfrage auf dem physischen Markt in London bestimmen die langfristige Entwicklung der Edelmetallpreise, während die Spekulanten in New York für zyklische mehrmonatige Auf- und Abschwünge im mittelfristigen Kontext verantwortlich sind, die massenpsychologisch durch Angst und Gier getrieben werden. Während die Manipulation des Goldpreises seitens der Notenbanken und Regierungen intransparent primär über London läuft, lassen sich die zyklischen mehrmonatigen Hoch- und Tiefpunkte, die durch den Herdentrieb der Spekulanten entstehen, sehr gut von uns analysieren und so Prognosen auf Sicht von ein bis drei Monate treffen. Auskunft darüber, wie die massenpsychologische Positionierung der Spekulanten ist, gibt uns die US-Rohstoff- und Terminmarktaufsicht, die wöchentlich den sogenannten „Commitment of Traders“ Report veröffentlicht.

Unsere Analyse dieser Terminmarktdaten hatte vor zwei Monaten ergeben, dass der Goldpreis kurzfristig stark überkauft war und so eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit für im Anschluss fallende Preise bestand. Dies und weitere Indikatoren veranlassten uns deshalb seinerzeit zu einer Prognose kurzfristig fallender Preise. Das damals genannte Mindestpreisziel bei ca. 1.080 $ wurde dann auch in den letzten beiden Wochen erreicht bzw. sogar leicht übertroffen. Die neuesten Terminmarktdaten zeigen uns nun jedoch ein völlig gegensätzliches Bild als noch vor zwei Monaten.

Terminmarktdaten-Tabelle Gold

Die Terminmarktdaten für Gold geben ein grünes Signal für einen Anstieg

Auf dem obigen Chart sehen Sie wie extrem die Spekulanten am Terminmarkt für Gold mittlerweile positioniert sind. Alle Spekulanten haben bereits verkauft, was dafür spricht, dass der Preis nunmehr wieder steigen dürfte. Die Daten sind sogar so extrem wie nur dreimal in den vergangenen fünfzehn Jahren. Unser CoT-System gibt aktuell mit dem Höchstwert von 100 Punkten ein eindeutiges Kaufsignal!

In diesem Jahr wurden die vollmundigen Ankündigungen einer Zinsanhebung durch die US-Notenbank immer wieder verschoben. Mitte dieses Monats erwartet der Markt wieder einmal eine Zinsanhebung in den USA, die bereits in der aktuellen Stärke des US-Dollars eingepreist ist. Sollten diese Vorschusslorbeeren der Spekulanten seitens der US-Notenbank in Bälde wieder enttäuscht werden, so wäre ein Vertrauensverlust in die US-amerikanische Geldpolitik und somit auch in die amerikanische Währung die logische Konsequenz.

Für den Goldpreis in US-Dollar könnte dies dann die große Trendwende werden, die wir für Gold in Euro bereits Anfang 2014 sahen. Seit nun fast zwei Jahren steigt der Goldpreis in Euro wieder und angesichts der ultralockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank dürfte dieser Aufwärtstrend bestand haben.

Gold in Euro Aufwärtstrend Tabelle

Gold in Euro ist bereits seit zwei Jahren wieder im Aufwärtstrend

Die Geschichte zeigt eindrucksvoll, dass in Zeiten unverantwortlicher Politik, die sich über die Druckerpresse finanziert und die Währung sowie die Ersparnisse entwertet, Edelmetalle einen hervorragenden Schutz gaben und deutliche Preisanstiege sowie Gewinne für all jene brachten, die vorausschauend investierten.

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