Mehr Gründe als je zuvor sprechen für Gold

Marktkommentar vom 30.05.2017

Der Goldpreis hat seit Jahresanfang kräftig zugelegt. Ein Blick auf die Ereignisse der nächsten Monate zeigt, warum physisches Gold und Silber bei Anlegern weiterhin sehr begehrt sein sollten. Die Perspektiven für die Edelmetalle sind hervorragend.

Der S&P500 eilt von Rekord zu Rekord, der DAX nimmt den Spitzenwert vom Frühjahr 2015 ins Visier: Wer braucht in diesem Umfeld schon Gold? Vernünftige und vorausschauende Anleger! Denn die Gefahr, dass die weltweite Schuldenblase und das gigantische Gelddrucken der Notenbanken böse enden werden, wird von Tag zu Tag größer. Inzwischen sind die weltweiten Schulden auf umgerechnet mehr als 300 Billionen Dollar gestiegen – das ist mehr als das Vierfache der jährlichen Leistung der Weltwirtschaft. Um das Schuldenspiel am Laufen zu halten, müssen immer mehr Schulden gemacht werden, die mit den Notenpressen finanziert werden. Derzeit drucken die US-Notenbank, die EZB und die japanische Notenbank umgerechnet insgesamt rund 200 Mrd. Dollar pro Monat. Davon entfallen rund 50 Mrd. Dollar pro Monat auf die US-Notenbank, weil sie das Geld aus alten, auslaufenden Anleihen in neue Anleihen steckt und so ihre Bilanzsumme stabil hält. Durch diese gigantische Geldschwemme ist jeder Dollar, Euro und Yen immer weniger wert – genau das spiegelt der Anstieg von Gold und Silber in der jeweiligen Währung wider.

Präsidentschaftswahl in Frankreich schürt Sorge vor Auseinanderbrechen des Euro

Zuerst aber ein Blick auf eine Serie von Ereignissen, die klar für den Besitz von Gold sprechen: Im Fokus vieler Investoren steht als erstes der 15. März. An dem Tag findet die Wahl in den Niederlanden statt, gleichzeitig tritt die US-Schuldenobergrenze in Kraft, während die US-Notenbank ihre Sitzung abhalten und höchstwahrscheinlich die erste Zinserhöhung für dieses Jahr ankündigen wird. Laut den Umfragen dürfte sich Geert Wilders mit seiner „Partei für die Freiheit“ (PVV) bei der Wahl am 15. März in den Niederlanden mit der rechtsliberalen Partei VVD des Ministerpräsidenten Mark Rutte ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern und möglicherweise 25 der zu vergebenden 150 Sitze erobern. Weil viele Parteien aber eine Zusammenarbeit mit Wilders ausgeschlossen haben, könnte es Wilders aber nicht gelingen eine Regierungskoalition zu bilden. Sollte Wilders aber bei der Wahl deutlich besser abschließen als erwartet, könnte das die Sorge der Investoren schüren, dass Marine Le Pen, die Chefin des Front National, bei der Präsidentschaftswahl am 23. April besser abschneiden könnte als erwartet, weshalb ihre Siegchancen bei der Stichwahl am 7. Mai nicht so schlecht sein könnten, wie das die Umfragen derzeit anzeigen.

Le Pen strebt den Austritt Frankreichs aus dem Euro an

Laut den Umfragen liegt Le Pens Siegchance für den 7. Mai bei lediglich 38 Prozent. Damit würde Le Pen klar verlieren. Le Pen strebt einen Ausstieg aus dem Euro an, weshalb Investoren Sorge vor einem Auseinanderbrechen des Euro haben. Ohne Frankreich, der zweitgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone, kann es keinen Euro geben. Das Brexit-Referendum und der überraschende Wahlsieg von Donald Trump haben aber klar gezeigt, dass die Umfragen meilenweit danebengelegen haben, weshalb Investoren deutlich vorsichtiger geworden sind. Aus diesem Grund sind sie in Bundesanleihen geflüchtet. Die Zinsen für einjährige Bundesanleihen waren dadurch im Februar bis auf das Rekordtief von minus 0,95 Prozent gesunken, ehe die Zinsen zuletzt etwas gestiegen sind. Nach den neuesten Umfragen aus Frankreich könnten die Sorgen der Investoren schnell wieder hochkochen, weshalb Gold als sicherer Hafen zusehends gefragt sein dürfte.

US-Schuldenobergrenze kommt wieder auf den Tisch

Die Investoren werden am 15. März zudem auch stark auf die USA schauen. Im Oktober 2015 hatte sich der Kongress geeinigt, die Schuldenobergrenze auszusetzen. Dieser Zeitraum endet am 15. März 2017. Will die USA anschließend weiter Schulden machen – was bei neuen Schulden von derzeit knapp einer Billion Dollar pro Jahr der Fall ist – muss sich der Kongress auf eine neue Obergrenze einigen. Weil die Demokraten und die Republikaner aber gespaltener sind als je zuvor, dürfte eine Einigung äußerst schwierig werden. Das Finanzministerium hat derzeit nur noch rund 200 Mrd. Dollar in der Kasse. Davon werden rund 75 Mrd. Dollar pro Monat verbraucht. Daher wird die Regierung im Sommer neues Geld brauchen. Sollte sich der Kongress nicht auf eine Erhöhung der Schuldenobergrenze einigen können, droht – wie bei der bislang letzten derartigen Krise im Sommer 2011 – erneut das Schließen von Behörden. Trotz dieser enormen Risiken will Fed-Chefin Janet Yellen plötzlich bei der Sitzung am 15. März die Zinsen anheben. Der Schritt spiegelt die stark steigende Inflation wider und gibt dem Goldpreis aus diesem Blickwinkel Rückenwind. Die Inflation war zuletzt auf 2,5 Prozent nach oben geschossen. Allerdings belasten die Zinserhöhungen die hochverschuldete Wirtschaft sehr und erhöhen damit das Risiko, dass die Blasen am Aktien-, Anleihen- und Immobilienmarkt platzen. Wenn diese Sorge bei Investoren hochkochen sollte, dürfte Gold als sicherer Hafen sehr gefragt sein.

Die kräftige Rally des Goldpreises seit Ende Dezember zeigt, dass das Edelmetall bei Investoren sehr begehrt ist. Seit Jahresanfang hat es um rund sieben Prozent auf über 1.200 Dollar je Unze zugelegt. Weil der Euro gegenüber dem Dollar auf einem ähnlichen Stand wie Ende 2016 notiert, ist der Goldpreis auf Euro-Basis um sechs Prozent geklettert und liegt damit in der Nähe des höchsten Niveaus seit Mitte November 2016. Zwar hat der Silberpreis zuletzt etwas stärker korrigiert als der von Gold, jedoch steht ein Plus von elf Prozent auf Euro-Basis zu Buche. Die Zahlen zeigen, dass die Edelmetalle die Kaufkraft der hiesigen Anleger in unsicheren Zeiten mehr als erhalten haben. Da die weltweiten Risiken größer sind als je zuvor, sollten Anleger daher verstärkt auf die physischen Edelmetalle setzen.

Die folgenden Charts veranschaulichen diese Entwicklung und zeigen die Wertentwicklung der beiden Edelmetalle Gold und Silber im Vergleich zu weiteren Anlagemöglichkeiten im Zeitverlauf – einmal in der kurzfristigen Perspektive im aktuellen Kalenderjahr 2017 und einmal kumuliert seit Beginn der weiterhin andauernden säkularen Edelmetall-Hausse im Jahr 2001:

Silber korrigierte zuletzt etwas stärker als Gold.

Im Langzeitvergleich verschiedener Anlagemöglichkeiten weisen Gold und Silber die höchste Performance auf.

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