SOLIT Newsletter vom 7. Dezember 2012

SOLIT Kapital Dezember
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Solit Kapital News

Hamburg, 7. Dezember 2012

SOLIT Gold & Silber News – Dezember 2012


Gold kommt zurück ins Bankensystem – oder: die Mär vom süßen Brei zeitgemäß umgesetzt


Wer kennt es nicht – das Grimm´sche Märchen vom süßen Brei? Die Geschichte ist schnell erzählt: sie handelt von einem armen Mädchen, das allein mit seiner Mutter lebt und eines Tages im Wald von einer alten Frau einen Topf erhält, aus dem auf Zuruf süßer Brei quillt. Bis eines Tages die Mutter in Abwesenheit der Tochter den Topf verwendet, aber das Wort vergessen hat, mit dem der Brei zu stoppen ist. Und so quillt dieser ohne Unterlass, bis er die Küche, das Haus, ja die ganze Straße erfüllt hat … Was aber hat das historische Märchen mit heutigem Edelmetallinvestment zu tun?

Nun, aktuell tobt die Diskussion, wie Banken krisenfest gemacht werden können – mit möglichst solider Eigenkapitalausstattung (Stichwort Basel III). Die bisherigen Erfahrungen mit der Kapitalausstattung und dem Liquiditätsmanagement der Banken in der Finanzkrise führten zu der Forderung nach verschärften Regeln. Und selbst die Banken sehen diese Notwendigkeit mittlerweile ein. Vorgesehen ist eine Erhöhung der harten Kernkapitalquote auf 4,5%  – durch einen Kapitalpuffer sind es de facto sogar 7 %.

Dieses Kernkapital kann bislang nur in Form von Bareinlagen oder Staatsanleihen vorgehalten werden. Dass soll sich nun ändern. Geht es nach dem Willen der Bankenlobby und dem Entwurf der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) zu Basel III, soll nun auch Gold als erstklassiges Kernkapital gelten (sog. „Tier 1 Capital“). Damit bekäme Gold als Bankreserve den gleichen Status wie Bargeld oder Staatsanleihen und damit eine Bedeutung, die es seit 1971 nicht mehr besessen hat!

Der noch zu deckende Eigenkapitalbedarf der Banken durch Basel III wird bis 2018 mit 577 Mrd. EUR prognostiziert. Dies könnten die Nachfrage nach dem zum "Tier 1 Capital" aufgestiegenen Gold massiv steigern. Erste Goldkäufe durch nationale Großbanken sind bereits Vorboten dieses zu erwartenden Nachfrageschubes.

Die Banken profitieren im doppelten Sinne davon, Kernkapital in Form von Gold zu bilden. Das Metall kann, anders als Staatsanleihen, nicht bankrottgehen und die kontinuierliche Wertsteigerung des edlen Metalls lässt die Eigenkapitalquote automatisch steigen – so, wie es z.B. bei der Bundesbank schon seit 12 Jahren der Fall ist.  Damit schließt sich der Bogen zum Märchen vom süßen Brei, denn die Banken erhoffen sich den gleichen Effekt vom Gold in ihren Bilanzen.
   
   
Mit freundlichen Grüßen

Karsten Dümmler, Geschäftsführer

Robert Vitye, Geschäftsführer



Themenübersicht:


   

Marktbericht Gold und Silber  


Seit der letzten Ausgabe der SOLIT Kapital News zum Thema Edelmetalle vom 18. Oktober haben sich die Preise für Gold und Silber nur wenig bewegt. Silber konnte sich im Zuge generell steigender Kapitalmärkte leicht positiv entwickeln, wohingegen der Goldpreis von seinem kurz zuvor erreichten neuen Rekordniveau leicht abgab.

Nachdem die akute Bankrottgefahr Griechenlands (vorerst) vom Tisch war, trennten sich kurzfristig orientierte Marktteilnehmer von Goldbeständen, die sie zur Portfolioabsicherung erworben hatten. Zudem war die Goldnachfrage, v.a. in Indien, im dritten Quartal auf Grund der relativ hohen Preise rückläufig.
 

Quelle: Thomson Reuters | Grafik: SOLIT Kapital GmbH (Daten bis 4. Dezember 2012)

Aktuell touchiert der Goldpreis seine mittelfristige Unterstützungslinie bei ca. 1.315 Euro/Unze. Selbst ein kurzfristiges Unterschreiten dieser Marke ist unproblematisch, da sich die Rahmenbedingungen für Gold als Investment und Reservewährung von Monat zu Monat weiter verbessern.

Anleger zahlen momentan für eine Unze Gold (31,1g) 1.313 EUR. Dies entspricht einer leichten Preisermäßigung in Höhe von 23 Euro bzw. 1,7% gegenüber Mitte Oktober (letzte Newsletter-Ausgabe). Im Zwölfmonatsvergleich verzeichnet das gelbe Edelmetall einen Preisanstieg in Höhe von +9,5% (Datenstand: 4. Dezember 2012).

Ausgehend von den typischen saisonalen Mustern der letzten Jahrzehnte, könnte der Goldpreis nun bis weit in den Februar des nächsten Jahres hinein dynamisch ansteigen. Als Impulsgeber kommen vor allem Großinvestoren in Frage, die ihre physischen Bestände weiter aufstocken. Auch die Notenbanken setzen ihren Vermögensumschichtungsprozess fort und stockten ihre Bestände bereits im dritten Quartal um insgesamt 96,6 Tonnen auf, ein Anstieg um +9% zum Vorjahresquartal.

Zwar war die weltweite Goldnachfrage im dritten Quartal um 11% rückläufig, dies war jedoch vor allem dem rekordhohen Basiswert des Vorjahres und dem temporären Nachfragerückgang in Indien geschuldet. Mittlerweile zieht die Nachfrage bei den Goldhändlern in Mumbai wieder deutlich an.

Der Silberpreis befindet sich nach dem zuvor erfolgten dynamischen Ausbruch aus der charttechnischen Dreiecksformation in einer Konsolidierung. Selbst ein Rücksetzer auf die mittelfristige Unterstützungslinie bei ca. 23 Euro wäre unter markttechnischen Aspekten unproblematisch. Im Anschluss an die laufende Konsolidierung ist ein Anlauf auf die bisherigen zyklischen Höchststände vom April 2011 bei 32,82 EUR zum Beginn des nächsten Jahres sehr wahrscheinlich.
 

Quelle: Thomson Reuters | Grafik: SOLIT Kapital GmbH (Daten bis 4. Dezember 2012)
 
Der Preis für eine Unze Silber (31,1g) liegt aktuell bei 25,77 Euro. Im Vergleich zum letzten Betrachtungszeitpunkt (18. Oktober) notiert die Unze Silber damit 46 Cents bzw. 1,8% höher. In der Zwölfmonatsbetrachtung weist Silber für Euro-Investoren einen Wertzuwachs von aktuell +6,5% auf (Datenstand: 4. Dezember 2012).

Da für den Silberpreis, deutlich mehr als bei Gold, nach wie vor die industrielle Nachfrage ein wichtiger Impulsgeber ist, spielt auch die konjunkturelle Entwicklung in den produktionsstarken Volkswirtschaften (Deutschland, Japan, Südkorea, China etc.) eine wesentliche Rolle. Wir gehen jedoch weiterhin davon aus, dass die Notenbanken wie in der Vergangenheit auch auf jedes Anzeichen konjunktureller Schwäche mit noch aggressiverer Geldpolitik reagieren. Dieses bekannte Reaktionsmuster, das man momentan wieder sehr gut in Japan beobachten kann, kommt dann wiederum sehr zeitnah der Nachfrage nach monetären Edelmetallen zugute und überkompensiert im Falle von Silber die realwirtschaftliche Nachfrageschwäche durch stark steigende Investmentnachfrage. 
   
   
   

Der Kampf um die Japanische Notenbank

Im Land der aufgehenden Sonne bahnt sich ein geldpolitischer Putsch an: die Entmachtung der bislang relativ unabhängigen Zentralbank BoJ (Bank of Japan) durch die Regierung. Ziel dieser Attacke ist die unbeschränkte Staatsfinanzierung durch die Zentralbank. 

Hintergrund ist die schwierige finanzielle und wirtschaftliche Situation des Landes sowie die politische Pattsituation zwischen der regierenden DPJ und der oppositionellen LDP. Um dennoch wichtige Gesetze durch Ober- und Unterhaus bringen zu können, musste der amtierende Ministerpräsident Yoshihiko Noda der Forderung seines Rivalen Shinzo Abe von der oppositionellen LDP nachkommen und das Parlament am 16. November auflösen. 

Am 16. Dezember finden in Japan nun Neuwahlen statt, und der Wahlkampf dreht sich schwerpunktmäßig um die Geldpolitik. Vor allem der aussichtsreichste Kandidat Shinzo Abe und seine Liberaldemokraten gehen mit sehr aggressiven Ankündigungen in den Wahlkampf: Sie wollen per Gesetz die Unabhängigkeit der Notenbank beschränken, den Gouverneursrat der Bank austauschen, den japanischen Yen drastisch abwerten und massive Ausgabensteigerungen im Infrastrukturbereich vornehmen, finanziert durch die Ausgabe neuer Anleihen an die Bank of Japan (monetäre Staatsfinanzierung).

 

Quelle: Thomson Reuters | Grafik: SOLIT Kapital GmbH (Daten bis 30. November 2012) 

Laut Shinzo Abe soll mit diesem Maßnahmenbündel ein „Kraftakt zur Wiederherstellung der japanischen Wettbewerbsfähigkeit und der wirtschaftlichen Prosperität“ geleistet werden. Der Yen reagierte bereits auf diese Ankündigungen mit Wertverlusten, v.a. gegenüber US-Dollar und Euro.

 

Quelle: Thomson Reuters | Grafik: SOLIT Kapital GmbH (Daten bis 4. Dezember 2012) 

In Japan herrschte bislang Konsens darüber, dass die Regierung sich beim Gelddrucken zurückhält und dafür die inländischen Sparer ihre Altersvorsorge in niedrigverzinsten japanischen Staatsanleihen anlegen, anstatt in Aktien oder Gold.

Doch dieser Konsens wurde bereits von Pensionskassen aufgekündigt, die mit starker Zeitverzögerung im internationalen Vergleich beginnen, Goldpositionen aufzubauen. Dieser Trend dürfte sich nun beschleunigen. Die Not der japanischen Regierung muss offenbar sehr groß sein, sich von der Staatsrefinanzierung durch das Volk zu verabschieden und sich stattdessen verstärkt an der Notenpresse zu bedienen.

   

Quelle: Thomson Reuters | Grafik: SOLIT Kapital GmbH (Daten bis 4. Dezember 2012)

Problematisch ist zudem, dass der Rest der Welt in Zeiten allgemein hoher Verschuldung und wirtschaftlicher Schwäche in den meisten OECD-Staaten einem Yen-Dumping nicht tatenlos zuschauen wird. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die ersten europäischen Finanzminister von der EZB eine Abschwächung des Euro fordern, um vor allem den Südländern auf den Weltmärkten Luft zum Atmen zu lassen, da deren Waren sonst noch teurer, aber nicht attraktiver würden.

Mit den angekündigten Maßnahmen der japanischen Politiker zeichnet sich eine neue Eskalationsstufe der globalen Gelddruckerei und eine Verschärfung des Abwertungswettlaufs zwischen den großen Währungen ab  – mit Ausnahme von Gold.
   
   

Wie viel Goldpreisanstieg liegt noch vor uns?

Um uns der Antwort auf diese Frage zu nähern, ist ein Blick in die Vergangenheit sinnvoll – konkret in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts. Damals war die Situation insofern vergleichbar, als dass das Weltwährungssystem vor einer Zäsur stand. Das im Juli 1944 in Bretton Woods (New Hampshire, USA) etablierte US-Dollar-zentrische System fester Wechselkurse, gekoppelt an Gold, drohte wegen ausufernder Leistungsbilanzdefizite und zu starker Verschuldung in den USA zu scheitern. 

Damals wie heute nahmen die Finanzmärkte und nichtamerikanische Notenbanken die zu erwartende Auflösung des Systems fester Wechselkurse vorweg und tauschten US-Dollar in Gold. Mit dem faktischen Scheitern von Bretton Woods I im August 1971 startete der Goldpreis rasant durch. Damals schloss US-Präsident Nixon das Goldfenster und beendete die Einlösbarkeit von US-Dollar in Gold (Bretton Woods II).

Heute steht aber nicht nur das System starrer Wechselkurse innerhalb der Eurozone zur Disposition (und damit der Euro), sondern auch die Bonität zahlreicher überschuldeter Industrienationen, u.a. wieder der USA, und damit die Solidität der Weltleitwährung US-Dollar. Die Konsequenz aus dieser Gemengelage ist erneut die Flucht in die über Jahrtausende bewährte Krisenwährung Gold.

 

Der Chart zeigt den Goldzyklus der Jahre 1968-1981 (braun) sowie darübergelegt den aktuellen Goldzyklus seit 2001 bis heute (grau). Gemessen an diesem stark vereinfachten Vergleich, hat der Goldpreis vom aktuellen Niveau aus noch knapp Verdreifachungspotenzial. 

Der Startzeitpunkt des aktuellen Zyklus im Jahr 2001 fällt zusammen mit dem Beginn der „unkonventionellen“ Geldpolitik von Alan Greenspan nach dem Platzen der Dotcom-Blase. Die damals beginnende Niedrigzinsphase verursachte dann die Immobilienblase, einen globalen Verschuldungsrausch, die Pleite von Lehman Brothers, die Pleite Islands sowie die de facto Pleiten Irlands, Portugals, Spaniens und Griechenlands.

Aufschieben um jeden Preis

Anders als zu Zeiten von Bretton Woods I sind der US-Dollar und auch sonst keine Währung mehr an Gold gekoppelt. Die Notenbanken können also „mit Fingerspitzengefühl“ Geld drucken um damit marode Staaten weiter finanzieren und den unvermeidliche Bankrott weiterer Staaten via Geldentwertung und Schuldenschnitt hinauszögern.

Bislang gelingt ihnen das. Die offizielle Inflation ist noch unter Kontrolle, da die aufgeblähte Geldmenge noch nicht im großen Stile in Sachwerte (Aktien, Rohstoffe, Immobilien, Gold etc.) flieht. Das Vertrauen erodiert jedoch mit jeder geldpolitischen Notmaßnahme und den damit einhergehenden unvermeidlichen Nebenwirkungen (z.B. negative Realzinsen).

Derweil entfernt sich die globale Geld-Menge nicht nur immer mehr von der wirtschaftlichen Realität, sondern auch von der Gold-Menge. Wenn in Zukunft wieder Vertrauen in die gesetzlichen Zahlungsmittel hergestellt werden soll, kommen die verantwortlichen Geldpolitiker nach unserer festen Überzeugung um eine, zumindest temporäre, Deckung oder Teildeckung der existierenden Geldmenge durch Gold nicht umhin.

 

Ein Abschöpfen der Geldmenge vor der unvermeidlichen Zäsur ist unmöglich, da dies sofort Staatsbankrotte und verheerende Rezessionen zur Folge hätte. Staaten und Volkswirtschaften sind mittlerweile abhängig von der monatlichen „Dusche“ aus der Notenpresse. Ebenso führen drastische Sparprogramme in überschuldeten Volkswirtschaften in die Depression, wie das Beispiel Griechenland eindrucksvoll zeigt.

 

Seit 2008 gehen die Zentralbanken weltweit konsequent den Weg der akkommodierenden Geldpolitik. Sie werden jetzt, zu einem Zeitpunkt, wo nahezu die gesamte Welt von diesen Geldspritzen in existenziellem Maße abhängig geworden ist, kaum damit aufhören.

Der Weg, den die Notenbanken im internationalen Konzert beschritten haben (einerseits Geld drucken und andererseits Gold kaufen) wird konsequent weitergegangen, bis das Vertrauen in die ungedeckten Währungen vollständig zu erodieren droht. Erst dann wird das bis dahin angehäufte Gold dazu verwendet werden, Vertrauen durch eine Deckung der Geldmenge durch Gold zurückzugewinnen. 

Wie hoch die Deckungsrate dann ausfallen muss, um diesen Vertrauenseffekt zu erreichen, ist schwer prognostizierbar. Klar ist hingegen, dass der Wert des Goldes erheblich angehoben werden muss, um zumindest eine teilweise Deckung sicherzustellen. Goldpreise in fünfstelliger Höhe sind also keine Utopie, sondern Folge der bisherigen und noch vor uns liegenden Entwicklung der globalen ungedeckten Geldmenge.   

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2017-04-07T10:40:39+00:00