SOLIT Newsletter vom 19. Februar 2013

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Solit Kapital News

Hamburg, 19. Februar 2013

SOLIT Gold & Silber News – Februar 2013

Japan lässt die Maske fallen

 

In der Tradition des japanischen No-Theaters führen die politischen Protagonisten in Tokio derzeit ein Stück aus dem klassischen Themenbereich, das 'Drama vom Wahnsinn', auf. Es geht um das öffentliche Eingeständnis, dass die japanische Wirtschafts- und Geldpolitik der letzten Jahrzehnte gescheitert ist.

Die Weltrekordverschuldung des Staates in Höhe von fast 250% des Bruttoinlandsproduktes (BIP), in den letzten 20 Jahren durch wahnwitzige Ausgabenprogramme entstanden, konnte das Verharren in der wirtschaftlichen Stagnation nicht verhindern. Doch statt Sparprogramme zum Schuldenabbau werden nun noch größere Stimulusprogramme aufgelegt. Nach dem Motto: Mehr hilft mehr.

Da das Geld dafür schlicht nicht im Staatssäckel vorhanden ist, wird im April gleich noch der Notenbankchef ausgetauscht, damit die Finanzierung via Notenpresse sichergestellt ist. Der Schuldenstand spielt keine Rolle mehr. Japan braucht Wachstum – koste es was es wolle.

Das 'Land des Lächelns' lässt damit als erste bedeutende Volkswirtschaft nach dem Zweiten Weltkrieg die Maske der Seriosität fallen und offenbart eine desillusionierte Fratze, die zum Erschrecken Aller auch noch Tabus sichtbar werden lässt: Sparen ist Illusion, Wachstum gibt es nur noch aus der Notenpresse und eine stabile Währung ist im Interesse der internationalen Wettbewerbsfähigkeit unerwünscht.

Bisher war das Aussprechen derartiger Wahrheiten im Politikbetrieb der Industriestaaten absolut tabu. Im Übrigen: Wir reden hier nicht über einen Drittweltstaat, sondern über die nach den USA und China drittgrößte Volkswirtschaft der Welt.

In den USA, die in Bezug auf die Gesamtverschuldung ebenfalls längst bankrott sind, vernebelt man die lebenserhaltenden 'Geldspritzen aus der Notenpresse' noch verharmlosend mit dem technisch klingenden Begriff „Quantitative Easing Programs“. Dabei tut man in Washington genau das, wofür man jetzt in Tokio als Währungskriegstreiber tituliert wird: Man bezahlt die viel zu hohen Rechnungen mit der digitalen Notenpresse.

Jetzt, wo die Maske der (geldpolitischen) Zurückhaltung endgültig abgelegt ist, wird der Währungskrieg offen ausgetragen. Verlierer ist der, der am wenigsten Geld druckt. Wie lange will die EZB wohl in diesem Krieg der Verlierer sein? Die Gewinnerwährungen stehen hingegen schon fest: Gold und Silber, denn man kann sie nicht wie Banknoten in beliebiger Höhe drucken.

Mit freundlichen Grüßen

Karsten Dümmler, Geschäftsführer

Robert Vitye, Geschäftsführer

 

Themenübersicht:

 

Marktbericht Gold & Silber  

Zum Jahresauftakt zeigt sich das Bild bei den beiden wichtigsten Geldmetallen zweigeteilt. Während der Goldpreis in Euro seit Jahresbeginn um 3,1% nachgab, konnten sich die Silbernotierungen im gleichen Zeitraum in Euro gerechnet um 1,3% verbessern.

Im Wesentlichen wirken momentan zwei widerstrebende Kräfte auf die Edelmetalle. Zum einen die bereits weit verbreitete Illusion, dass die Eurokrise überstanden sei, was Gold und Silber als sicheren Vermögenshafen vermeintlich überflüssig macht. Im diametralen Widerspruch dazu steht die realwirtschaftliche Entwicklung in den überschuldeten Wirtschaftsräumen Europa, Japan und den USA, die infolgedessen in einen offenen Währungskrieg gegeneinander eingetreten sind. Letzteres ist zweifellos das stärkste Argument überhaupt, weiterhin konsequent regelmäßig Papiergeld in edles Hartgeld zu tauschen.

 

Quelle: Thomson Reuters | Grafik: SOLIT Kapital GmbH (Daten bis 14. Februar 2013)

 

Nach dem Verlassen des seit 2008 gültigen Aufwärtstrends läuft der Goldpreis in Euro auf die bereits mehrfach getestete Unterstützungszone im Bereich von 1.177 bis 1.210 Euro zu. Ab diesem Niveau ist, wie in der Vergangenheit auch, mit verstärkter Nachfrage von institutioneller Investoren und Zentralbanken der Überschussländer (z.B. China, VAE, Brasilien, Mexiko etc.) zu rechnen.

 

Quelle: Thomson Reuters | Grafik: SOLIT Kapital GmbH (Daten bis 14. Februar 2013)

 

Anleger zahlen momentan für eine Unze Gold (31,1g) 1.225 EUR. Dies entspricht einem Preisabschlag in Höhe von 88 Euro bzw. 6,7% gegenüber dem Zeitpunkt der letzten Newsletter-Veröffentlichung vom 4. Dezember. Im Zwölfmonatsvergleich verzeichnet das gelbe Edelmetall einen Preisrückgang gegenüber dem Euro von 7,5% (Datenstand: 14. Februar 2013).

Der Silberpreis befindet sich nach dem zuvor erfolgten dynamischen Ausbruch aus der charttechnischen Dreiecksformation in einer Konsolidierung. Selbst ein Rücksetzer auf die mittelfristige Unterstützungslinie bei ca. 23,00 Euro wäre unter markttechnischen Aspekten unproblematisch. Im Anschluss an die laufende Konsolidierung ist ein Anlauf auf die bisherigen zyklischen Höchststände vom April 2011 bei 32,82 EUR zum Beginn des nächsten Jahres sehr wahrscheinlich.

 

Quelle: Thomson Reuters | Grafik: SOLIT Kapital GmbH (Daten bis 14. Februar 2013)

 

Der Preis für eine Unze Silber (31,1g) liegt aktuell bei 23,13 Euro. Im Vergleich zum letzten Betrachtungszeitpunkt (4. Dezember 2012) notiert die Unze Silber damit 2,64 Euro bzw. 10,2% günstiger. In der Zwölfmonatsbetrachtung weist Silber für Euro-Investoren aktuell einen Preisabschlag in Höhe von 8,25% auf (Datenstand: 14. Februar 2013).

Das Preisverhältnis zwischen Gold und Silber beträgt aktuell bei 1:54 und befindet sich damit nach wie vor weit über dem fairen Wert von ca. 1:10. Silber besitzt daher auch weiterhin das im Vergleich zu Gold deutlich höhere Wertsteigerungspotenzial.

 

Quelle: Thomson Reuters | Grafik: SOLIT Kapital GmbH (Daten bis 14. Februar 2013)

 

Die physische Nachfrage bei Silber stellt sich momentan sehr robust dar. Das von Exchange Traded Funds (ETFs) weltweit verwaltete Silber ist auf einen neuen Rekordstand gestiegen.

Quelle: Thomson Reuters | Grafik: SOLIT Kapital GmbH (Daten bis 24. Januar 2013)

Auch ein Blick auf den Absatz der US-Mint und hier konkret auf die weltweit umsatzstärkste Silbermünze, den Silver Eagle, zeigt eine sehr starke Nachfrage nach Anlagesilber.

Quelle: Thomson Reuters | Grafik: SOLIT Kapital GmbH (Daten bis 31. Januar 2013)

Auf Grund der sehr robusten Investmentnachfrage bleiben die monetären Edelmetalle preislich gut unterstützt. Im Zuge des global eskalierenden Währungskrieges (siehe dazu den Folgeartikel) und der damit einhergehenden Explosion der globalen Papiergeldmenge sind die Voraussetzungen für dynamisch steigende Notierungen der edlen Währungsalternativen so gut wie nie zuvor, da diesmal das gesamte Weltwährungssystem betroffen ist.

Unsere Handlungsempfehlung: Nutzen Sie die kommenden Monate zur kontinuierlichen Akkumulation von Gold und Silber! Wir rechnen bereits in wenigen Monaten auch mit dem Eintreten der Europäischen Zentralbank (EZB) in den globalen Abwertungswettlauf mit sehr starken Implikationen für die Notierungen der Edelmetalle.

 

Währungspolitik auf Japanisch: Comeback der 30iger Jahre?

Mittlerweile ist die Neuausrichtung der japanischen Währungspolitik hin zu einer aggressiven Yen-Abwertung Gegenstand heftiger Diskussionen zwischen Politikern und Zentralbankern weltweit. Weder die Amerikaner noch die Europäer können ein Währungsdumping akzeptieren, bei dem sich Japan zu Lasten der anderen Währungsräume Wettbewerbsvorteile verschafft. Niemand hat momentan Wachstum zu verschenken, schon gar nicht die immer tiefer in die Rezession abgleitende Eurozone. Doch ausgerechnet gegenüber dem Euro fiel die Yen-Abwertung besonders stark aus – über 30% innerhalb von nur 7 Monaten.

Dies verschlechtert die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Produkte auf dem Weltmarkt und auch auf dem heimischen Binnenmarkt signifikant (z.B. werden japanische PKW oder Baumaschinen in der Eurozone nun auf einen Schlag deutlich billiger).

Daher ist es wenig verwunderlich, dass auf Drängen des französischen Staatspräsidenten Francois Hollande das Thema sogar auf dem kürzlich in Moskau stattgefundenen G20-Gipfel besprochen wurde. Außer Absichtserklärungen kam allerdings nichts Greifbares dabei heraus. Zu gegenläufig sind die Interessen der Währungsblöcke, weshalb einige Marktbeobachter bereits vor einem sich anbahnenden Währungskrieg bzw. Abwertungswettlauf warnen.

In der Geschichte des modernen Währungssystems seit 1973 waren die Vertreter der großen Währungsräume offiziell immer an einem stabilen Außenwert interessiert, selbst die Amerikaner. Mit Japan schert nun ein großer Währungsraum öffentlich aus diesem Konsens aus, aus purer ökonomischer Not. Rekordverschuldung und Rezession halten Japan seit Beginn der 90iger Jahre im Würgegriff. Alle bisherigen Maßnahmen gegen die Folgen der geplatzten Immobilienblase und des bankrotten Bankensystems fruchteten nicht. Es blieben nur zwei Auswege: Staatsbankrott oder Inflationierung. Also besann man sich auf die politisch zu präferierende Maßnahme, die Japan bereits in den 30iger Jahren des letzten Jahrhunderts vorübergehend aus der Depression befreite.

Damals, 1932, beschloss die Regierung ein Notprogramm zur Wirtschaftsankurbelung und erhöhte die Staatsausgaben auf einen Schlag um 34%. Auch die Rüstungsindustrie kam in den Genuss erhöhter Ausgaben, was sich für die Regierung jedoch noch mehrfach rächen sollte.

Finanziert wurde das Konjunkturprogramm auf Pump. Der damalige Finanzminister Korekiyo Takahashi zwang die japanische Zentralbank (Bank of Japan) das Geld durch den Aufkauf von 89,6% aller 1933 ausgegebenen japanischen Staatsanleihen zu finanzieren. Die Zentralbank hatte damals wie heute gegen den politischen Druck keine Chance und druckte das Geld.

Die Operation gelang zunächst - die japanische Wirtschaft erholte sich und überwand die Deflation. Für den Finanzminister Takahashi ging das Vabanque-Spiel mit der Notenpresse aber tödlich aus. Er machte sich Feinde beim Militär, als er den berühmten „Exit“ aus der lockeren Geldpolitik wagte und das Staatsbudget wieder drosseln wollte. Takahashi fiel 1936 einem Mordanschlag zum Opfer.

Die damalige Stimulusaktion, die vergleichbar übrigens auch im Deutschland der 30iger Jahre ablief, fand einen großen Bewunderer in dem heutigen Chef der US-Notenbank Ben Bernanke. Am 31. Mai 2003 sagte er bei einer Rede vor der Society of Monetary Economics in Tokio wörtlich: „Korekiyo Takahashi brilliantly rescued Japan from the Great Depression through reflationary policies“ („Korekiyo Takahashi hat Japan auf brillante Art und Weise durch eine Politik der Reflationierung vor der großen Depression gerettet“).

Mit ihrem monatlichen Anleihekaufprogramm in Höhe von 85 Mrd. US-Dollar geht die US-Notenbank bekanntlich einen ähnlichen Weg wie die Japaner in Sachen Konjunkturstimulus, wenn auch noch ohne offenes Währungsdumping. Verdeckt findet dieses aber bereits über negative Realzinsen und weitere massive staatliche Aufschuldung statt.

Damit zeigt sich auch die Krux der japanischen Strategie. Heute sind die Probleme Japans in allen großen Währungsräumen gleichzeitig existent: Überschuldung, Wachstumsschwäche, hohe Arbeitslosigkeit und Alterung der Bevölkerung. Gewinnen kann bei einem Abwertungsablauf also immer nur der Schnellste und das auch nur temporär, bis die anderen Währungsblöcke mit dem verstärkten Einsatz ihrer Notenpressen nachziehen. Dauerhaften Abwertungsspielraum zwischen den sogenannten Hauptwährungen (US-Dollar, Euro, Yen, Pfund, Yuan) gibt es daher kaum.

Als Nebeneffekt der nun begonnenen gegenseitigen Abwertungsbemühungen wird die Kaufkraft aller Papierwährungen durch Aufblähung der globalen Geldmenge gegenüber der globalen Gütermenge geschwächt. Gewinner sind hingegen die Halter von Realkapital und Edelmetallwährungen.

 

Quelle: Thomson Reuters | Grafik: SOLIT Kapital GmbH (Daten bis 13. Februar 2013)

 

Jahresprognose & Ausblick 2013: Video zur Online-Konferenz

Mit dem Link zu dem Videomitschnitt unserer Jahresauftaktkonferenz stellen wir Ihnen neben einer aktuellen Markteinschätzung auch den Ausblick für die monetären Edelmetalle Gold & Silber für das Jahr 2013 zur Verfügung. Unser Edelmetallexperte Hannes Zipfel informiert Sie in 9 Kapiteln über folgende Themen:

  1. Gold- & Silber im Asset-Vergleich
  2. Chartcheck
  3. Währungscheck
  4. Terminmarktanalyse
  5. Sentimentanalyse
  6. Saisonalität
  7. Physische Nachfrage (ETFs & Münzen)
  8. Das große Bild
  9. Preisperspektiven 2013

Linkpfeil  Link zum Video

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