SOLIT Newsletter vom 17. Juli 2013

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Hamburg, 17.Juli 2013

SOLIT Gold & Silber News – Juli 2013 

Die Elementarversicherung für Ihr Vermögen

 
Sehr geehrter Leser, sehr geehrte Leserin, 

vorausgeschickt sei, dass sich der Familiensitz des Autors dieser Zeilen in unmittelbarer Nähe zum hochwassererprobten sächsischen Muldental befindet, er somit die Bedeutung einer Elementarversicherung aus unmittelbarer Erfahrung kennt. Man benötigt sie zwar nur alle paar Jahrzehnte, aber manchmal auch öfter als gedacht – und nicht immer bekommt man sie. Im Schadensfall hängt fast die gesamte Existenz von ihr ab, so man sich nicht auf Spenden und Almosen verlassen möchte.

Momentan gibt es eine Jahrhundertflut jenseits der Flussläufe. Die Notenbanken haben weltweit die Geldschleusen geöffnet, doch noch halten die Dämme. Zwar hebt die überbordende Liquidität die Boote am Immobilien- und Aktienmarkt; daraus resultiert jedoch lediglich ein gewünschter bescheidener Vermögenseffekt, aber eben noch keine Güterteuerung, die landläufig als Inflation gefürchtet wird.

Noch kann die Flutwelle von den inflationstreibenden Märkten – den Rohstoffen – ferngehalten werden. Und noch glauben die Menschen am Deich, dass die Schleusentore bald wieder geschlossen werden, und haben auf einmal sogar Angst vor der Rückkehr der Dürre.

Welch genialer Schachzug der Schleusenwärter, die längst wissen, dass eine erneute Dürreperiode das ganze Land in den Abgrund reißen würde. Deshalb knüpfen sie den Liquiditätsentzug an blühende Landschaften, die es aber natürlich ohne ihre Liquiditätsflut in diesem Schuldenzyklus nicht mehr geben wird. Diese Wahrheit harrt allerdings noch der Erkenntnis durch die Deichbewohner.

Doch wenn die Notenbanken anstatt für Liquiditätsentzug und damit für einen Rückgang des Geldhochwassers zu sorgen, mehr statt weniger Geld in die Welt schütten – in den USA dann offiziell zum vierten Mal in Folge – , dürfte noch mehr Menschen klar werden, dass die Inflationsdämme durchzuweichen drohen und man dringend eine Elementarversicherung für sein Vermögen benötigt. Neben Aktien und Immobilien haben sich hier in früheren 'Hochwasser-', sprich Schuldenzyklen vor allem Gold und Silber exzellent bewährt.

Deflation ist in ungedeckten Papiergeldsystemen nur eine geduldete Problematik, Inflation dagegen das zwangsläufige Resultat. Schützen Sie sich daher in Anbetracht des globalen Geldmonsuns vor der Flut, nicht vor der Fata Morgana einer Dürre.
  
  
Mit freundlichen Grüßen
   

Karsten Dümmler, Geschäftsführer

Robert Vitye, Geschäftsführer

    


Themenübersicht:

 

Geldpolitik als Erziehungsmaßnahme


Ein Schreck fuhr den Marktteilnehmern am Abend des 19. Juni durch die Glieder. Sie hatten ein Wort vernommen, das aus dem Munde eines mächtigen Zentralbankers im Anschluss an eine Notenbanksitzung wie eine furchtbare Drohung klang: 'Tapering'. Aktien, Anleihen und Edelmetalle zuckten sofort heftig gen Süden.

Leistungssportler kennen diesen Begriff aus der Wettkampfvorbereitung. Er bedeutet, dass unmittelbar vor dem Sportereignis die Trainingsintensität zurückgefahren wird, um Energie für den Wettkampf zu akkumulieren, um dann richtig Gas geben zu können. Welch Ironie, dass dieser Begriff in der Geldpolitik Anwendung findet und eine analoge Vorgehensweise wahrscheinlich ebenso geschehen wird.

Aber zurück zum 19. Juni: Auf der Pressekonferenz im Anschluss an die Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank Fed überraschte der Vorsitzende Ben Bernanke die anwesenden Journalisten mit der Aussage, dass man vorhabe, die ultralaxe Geldpolitik zurückzufahren und Mitte 2014 sogar die Wertpapierkaufprogramme vollständig einstellen möchte.

Natürlich hatte die Fed in der Vergangenheit mehrfach solche Exit-Strategien vorgestellt, um dann, wie beim sportlichen 'Tapering', erst richtig Gas zu geben: auf QE 1 folgte QE 2, und dann QE 3 – wobei das aktuelle Wertpapierkaufprogramm mit jährlich über 1 Billion US-Dollar ihre Vorgänger weit in den Schatten stellt. Wie gesagt, Aussteigen wollte man schon öfter, nur geklappt hat es nie!
   
   


Quelle: Thomson Reuters | Grafik: SOLIT Kapital GmbH
   
   
Eigentlich war die Verängstigung der Marktteilnehmer, dass Fed-Chef Ben Bernanke ihnen ihr Zuckerli, also die reichliche Liquidität, vorenthalten möchte, völlig unbegründet. Schon in seinem Statement sagte der gütig aussehende Mann mit dem schneeweißen Rauschebart, dass der Entzug der Süßigkeiten an Bedingungen geknüpft sei. An diesen Bedingungen hätte man schnell erkennen können, dass die 'Drohung mit der Rute' nicht ernst gemeint war, sondern lediglich die übermütig gewordenen, Monopoly spielenden Kinder an den Aktienmärkten zur Raison bringen sollte.

Das Risikobewusstsein der Marktakteure war – um im Bild zu bleiben – zuvor in dem Vertrauen auf die unendliche Güte der Zentralbank und ihre milden Gaben in beängstigendem Ausmaß zurückgegangen, wie an Hand des auf historische Tiefststände gefallenen Risikoindikators Volatilität (VIX) deutlich abzulesen war. Bereits am 16. Juni warnte Bernanke vor einer irrationalen Übertreibung an den Aktienmärkten; die Spekulanten hätten also gewarnt sein können.

Die Bedingungen, die Bernanke dann nannte, waren De-facto-Vollbeschäftigung und dynamisches Wirtschaftswachstum aus sich selbst heraus, also ohne Stimulus. An der folgenden Grafik lässt sich zeigen, dass dies schon jetzt nicht der Fall ist, während das monetäre Füllhorn über den USA und der ganzen Welt schwungvoll ausgeschüttet wird.
   


Quelle: Thomson Reuters | Grafik: SOLIT Kapital GmbH

   
Da momentan in Anbetracht der sich weltweit abkühlenden Konjunkturdynamik dieses ökonomische Wunder für Mitte 2014 nicht zu erwarten ist, kehren die Marktteilnehmer langsam wieder zum Business as usual zurück. Das Vorhaben der Zentralbank ist dennoch geglückt: Das Risikobewusstsein der Spekulanten ist wieder angestiegen und der Aktienmarkt hat eine gesunde Korrektur vollzogen – Mission accomplished!

   


   

Aktuelle Preisentwicklung bei Gold und Silber


Der Goldpreis gab in Folge des Statements der US-Notenbank über die geplante Reduzierung der Wertpapierkaufprogramme nochmals nach. Zwar konnten sich die Notierungen in den letzten Tagen stabilisieren, dennoch beträgt der Preisrücksetzer seit Jahresbeginn auf Eurobasis 21,6%. Im Vergleich zum Vorjahr liegt der Preisrückgang mit 23,6% nur unwesentlich höher. Im Tief lag der Preis am 28. Juni bei 935,08 EUR/Unze. Aktuell notiert die Unze Gold (31,1 Gramm) bei 988,75 EUR, also bereits wieder 53,67 EUR fester (Datenstand: 11. Juli 2013).
   
   

Quelle: Thomson Reuters | Grafik: SOLIT Kapital GmbH (Daten bis 11. Juli 2013)

   
Auch der Silberpreis gab nach der Androhung der Liquiditätsverknappung weiter nach, konnte sich aber im Zuge relativierender Aussagen durch Mitglieder des Gouverneursrates der US-Notenbank leicht stabilisieren. Die jüngsten Aussagen des Direktors der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, machten zudem deutlich, dass nach wie vor die ultralaxe Geldpolitik auf der Agenda steht und eben nicht ein wie auch immer gearteter Exit aus der Gelddruckpolitik.
   
   

Quelle: Thomson Reuters | Grafik: SOLIT Kapital GmbH (Daten bis 11. Juli 2013)

   
In diesem Jahr entwickelten sich die Silbernotierungen bislang dynamisch rückläufig, was für die erste Jahreshälfte von der Trendrichtung her nicht ungewöhnlich ist. Lediglich die Amplitude war auch für uns überraschend. So vergünstigte sich die Unze Silber (31,1 Gramm) seit Jahresbeginn um 32%. Im Vergleich zum Vorjahr verbilligte sich das weiße Edelmetall um 30%. Den Tiefpunkt erreichten die Notierungen ebenfalls am 26. Juni bei 14,38 EUR/Unze. Aktuell notiert die Unze Silber bei 15,47 EUR, also bereits 1,09 EUR/Unze vom Tiefststand entfernt (Datenstand: 11. Juli 2013).

Da die saisonal schwache Phase nun beendet ist und sich die Gemengelage sowohl fundamental als auch terminmarkttechnisch extrem bereinigt hat, stehen unserer Meinung nach die Chancen für einen Trendwechsel hin zu signifikant steigenden Notierungen Richtung Spätsommer und Herbst sehr günstig.
  
  

   

Marktanalyse:
Goldpreis notiert unter den Produktionskosten


Wie bei allen Rohstoffen sind auch bei den Edelmetallen die Förderkosten ein wichtiger Faktor bei der Preisbildung. Sinkt der erzielbare Verkaufspreis deutlich unter diese Kosten, werden Fördermenge und Investitionen zurückgefahren. Bei dauerhaft defizitärer Produktion (länger als sechs Monate) werden Minen geschlossen, Explorationsprojekte nicht weiterverfolgt, und schwach finanzierte Bergbauunternehmen scheiden endgültig aus dem Markt aus. In der Folge sinkt das Angebot deutlich.

Bei Gold lagen die durchschnittlichen Gesamtproduktionskosten im ersten Quartal dieses Jahres bei 1.553 US-Dollar pro Feinunze. Zu den aktuellen Notierungen von um die 1.250 Dollar produzieren viele Minen stark defizitär. Eines der größten Goldminenunternehmen der Welt, die südafrikanische Gold Fields, benötigt nach Aussage ihres CEOs Nick Holland einen Verkaufserlös von mindestens 1.500 US-Dollar pro Unze (Quelle: Handelsblatt).

In den Gesamtkosten pro Unze Gold, mit denen die Minenunternehmen kalkulieren, sind sowohl die reinen Produktionskosten als auch die Aufwendungen für Exploration, Finanzierungen, Investitionen und Verwaltung enthalten.
   
   
Goldförderung wird unprofitabel


* inkl. Förderaufwand, Explorationskosten, Finanzierungskosten, Investitionsaufwand, Verwaltungskosten
Quelle: Earth Resource Investment Group | Grafik: SOLIT Kapital GmbH

   
So wundert es nicht, dass das Goldangebot aus der Minenförderung bereits sinkt: von 710 Tonnen im ersten Quartal 2012 auf nur noch 685 Tonnen im Vergleichsquartal dieses Jahres. Grund dafür sind neben der Kostenexplosion (speziell Energiekosten) die abnehmenden Erzgehalte bei der konventionellen Förderung sowie der deutliche Rückgang der Verkaufspreise.

Bei der Goldgewinnung muss nach Jahrtausenden der Ressourcenausbeutung in immer tieferen Erdschichten und damit auch deutlich teurer gegraben werden, um noch einen lohnenden Goldanteil pro Tonne Gestein zu erhalten (ca. 5 Gramm Gold pro Tonne Gestein).
   
   
Goldangebot geht zurück
Jährliches Angebot in Tonnen



Quelle: World Gold Council, Thomson Reuters GFMS  | Grafik: SOLIT Kapital GmbH
   
   
Beachtenswert ist auch, dass sich bei sinkenden Goldnotierungen das preissensitive Recyclingangebot deutlich zurückbildet. Zudem haben sich die Zentralbanken bereits im Jahr 2010 von der Angebotsseite verabschiedet.

Doch wie kann es dann sein, dass trotz rückläufigen Angebots und sehr robuster Nachfrage nach physischem Metall, vor allem aus den Emerging Markets, der Goldpreis auch im zweiten Quartal dieses Jahres deutlich nachgab?

Ein wesentlicher Grund dafür ist eine neue Angebotsquelle, die seit 20. Dezember 2012 hunderte von Tonnen Gold zum globalen Gesamtangebot beisteuerte: Bis zum 30. Juni waren es ganze 588 Tonnen bzw. 40% der gesamten prognostizierten Minenproduktion für das erste Halbjahr 2013. Gemeint sind die physisch gedeckten Gold ETFs (Exchange Traded Funds).
   
   
Gold-ETFs überschütten den Markt
Weltweiter Bestand in Tonnen



Quelle: Bloomberg | Grafik: SOLIT Kapital GmbH
   
   
Anders als die preissensitiven Goldkäufer in China, Indien, der Türkei oder Russland handeln die hauptsächlich via ETFs investierten Portfoliomanager zum Teil sehr prozyklisch. Fundamentale Überlegungen oder gar systemische Risiken spielen bei der Investmententscheidung keine Rolle. Vor allem Trendindikatoren und die Empfehlungen der automatisierten Risikomanagementsysteme geben den Ausschlag für Kauf oder Verkauf. Insofern ist für viele solcher institutioneller Investoren Gold ein beliebig austauschbarer Vermögenswert. Da momentan die Aktienmärkte relativ zu Gold deutlich besser performen, wird in diese Anlageklasse umgeschichtet. Dieses Vorgehen kann man in Hinblick auf die monetäre Bedeutung des Goldes kritisch hinterfragen; man muss diese Tatsache aber in die Gesamtanalyse mit einbeziehen. Zwar sind am 11. Juli erstmals seit Anfang Mai wieder drei Tonnen Gold in die ETF-Bestände zugeflossen, aber ohne eine nachhaltige Stabilisierung bleibt das Angebot weltweit aus diesen Lagerbeständen temporär erhöht.
   
   
Fazit aus der aktuellen Marktanalyse
   
Perspektivisch betrachtet ergibt sich aus der jetzigen Konstellation aus rückläufiger, weil unprofitabler Minenproduktion und Ausverkauf bei den ETFs ein explosives Gemisch. Eine Mine wieder in Betrieb zu nehmen, dauert mehrere Monate bis Quartale (wegen Wassereinbruchs etc.). Bleibt die Goldnachfrage dann auch nur ansatzweise stabil, was auf den jetzigen Preisniveaus wahrscheinlich ist, und die ETF-Abflüsse schwächen sich ab, kommt es schnell zu einem Ungleichgewicht zwischen stabiler Nachfrage und deutlich verringertem Angebot – mit entsprechend dynamischen Preisanstiegen.

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