SOLIT Newsletter vom 24. November 2014

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Hamburg, 24. November 2014

SOLIT Gold & Silber News Spezial

Gesunder Menschenverstand vs. Preisentwicklung

Sehr geehrter Leserin, sehr geehrter Leser,

ja, die meisten Industrieländer sind überschuldet und ja, die Schulden steigen immer weiter und ja, die Notenbanken laufen Amok um den Schuldenkollaps zu verhindern – aber nein, die Notierungen für Gold und Silber, die solidesten Währungen der Menschheitsgeschichte, steigen nicht. Noch nicht.

Dabei ist gerade in den letzten Tagen bei nochmals günstigeren Preisen die physische Nachfrage förmlich explodiert. Doch noch wird die Preisfindung bei den edlen Metallen vom überproportional größeren Terminmarkt mit ungedeckten Papierkontrakten dominiert. Doch wie lange kann dieses Spiel noch gutgehen?

Der gesunde Hausverstand sagt nicht mehr sehr lange, auch mit einem mit Blick auf wegbrechende Mineninvestitionen und Gold-Neufunde nahe Null.

Seit dem Ausbruch der Schuldenkrise im Jahr 2008 sind die weltweiten Schulden anstatt zu schrumpfen um 43 Prozent auf über 100 Billionen US-Dollar regelrecht explodiert. Zwar wurden nach den Exzessen am US-Immobilienmarkt neue Schulden zunächst gegeißelt, aber die moderne Wirtschaft wächst nicht ohne immer neue Schulden. Historisch betrachtet dauern übergeordnete Schuldenzyklen im Schnitt übrigens 70 Jahre, 69 sind seit dem Ende des zweiten Weltkriegs bis heute bereits vergangen. Das globale Schuldenschnittereignis ist nun sehr nah. Bargeld, Kontoguthaben und Schuldpapieren drohen dabei die Entwertung.

Gefragt nach der Bedeutung der Zuspitzung der globalen Schuldenproblematik für Sparer antwortet der Starökonom und Bestsellerautor Prof. Dr. Max Otte in einem n-tv Interview trocken aber zutreffend: „Der Sparer ist am Arsch“ (Quelle: http://www.n-tv.de/ratgeber/Wohin-mit-dem-Geld-Herr-Prof-Otte-article13962071.html).

Prof. Otte empfiehlt neben anderen Sachwerten auch 10 Prozent in Edelmetalle zu investieren. Er verweist darauf, dass das Goldangebot pro Jahr lediglich um 1,5% wächst, die Basisgeldmenge der Zentralbanken aktuell jedoch mit 20,25%. Er erwartet, dass diese Schere auf Dauer nicht aufrecht erhalten werden kann, zu Gunsten von Gold.

Mit freundlichen Grüßen

Karsten Dümmler Robert Vitye
Geschäftsführer Geschäftsführer


EZB plant Ankauf von Gold, Aktien und Staatsanleihen

Anlässlich der 17. Euro Finance Week in Frankfurt hielt das Mitglied des Direktoriums der Europäischen Zentralbank Yves Mersch am 17. November eine sehr aufschlussreiche Rede zu den Planungen der EZB hinsichtlich Käufe von Vermögenswerten.

Bislang wurde lediglich der geplante Kauf von Staatsanleihen in der Öffentlichkeit diskutiert. Mersch stellte dazu nochmals klar, dass sich die EZB bezüglich direkter Staatsfinanzierung via Anleihekäufe rechtlich auf der sicheren Seite fühle, da sie ausschließlich im Rahmen ihres Mandates Wertpapiere ankaufen werde. Das Mandat der EZB umfasst einzig und allein die Geldwertstabilität. Dazu gehöre ausdrücklich auch das Erreichen eines Inflationsziels von durchschnittlich 2% p.a., das derzeit weit nach unten verfehlt werde. Dann überraschte der Notenbanker die anwesenden Finanzprofis mit einer Aussage, die an die sehr aggressive Geldpolitik der Bank of Japan zur Bekämpfung drohender Deflationsgefahren erinnert.

Wörtlich sagte Yves Mersch: „Der Gouverneursrat hat sich einstimmig dafür ausgesprochen, gegebenenfalls weitere unkonventionelle Maßnahmen zu ergreifen, um einer zu langen Phase zu geringer Inflation entgegenzuwirken. Theoretisch könnte auch der Ankauf von Staatsanleihen oder anderen Aktiva wie Gold, Aktien, Exchange Traded Funds (ETF) etc. dazu zählen“.

Mit 0,4% p.a. liege die Teuerungsrate in der EU momentan signifikant unter der Zielrate von 2%. Noch vor Jahresfrist lag diese Rate bei 0,7%. Darüber hinaus drohen einige Staaten Südeuropas zum Jahresende erneut in die Rezession abzurutschen.

Da die Leitzinsen bereits nahe Null abgesenkt wurden, bleibe der Zentralbank nur noch das Mittel der Geldmengenausweitung („Quantitative Easing“, kurz „QE“) und sogenannte „Asset-Käufe“, deren erhofften Nutzen und Wirkung Mersch detailliert erläuterte.

Ebenfalls am 17. November wiederholte der Präsident der EZB Mario Draghi im Wesentlichen die Worte seines Direktoriumskollegen, was sowohl bei europäischen Aktien als auch bei Gold dynamische Preissteigerungen zur Folge hatte.

Die komplette und sehr lesenswerte Rede von Yves Mersch können Sie auf der Internetpräsenz der EZB nachlesen (Link zur Rede).


Die Schweizer Goldinitiative

Weitere Unterstützung erhält der Goldpreis (und im Gefolge der Silberpreis) aktuell von der Schweizer Goldinitiative. Diese fordert via Volksbefragung massive Goldkäufe durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) in Höhe von ca. 1.500 Tonnen. Das Plebiszit wird am Sonntag, den 30. November durchgeführt und ist für die SNB bindend. Konkret fordert die Schweizer Goldinitiative:

  • Keine weiteren Goldverkäufe der SNB
  • Der Goldanteil des Nationalbankvermögens muss mindestens 20% betragen (aktuell ca. 7%)
  • Die Goldreserven der SNB müssen in der Schweiz gelagert werden

Der Zeitplan zur Umsetzung sieht wie folgt aus:

  • Die SNB hat 2 Jahre Zeit, um das existierende Nationalbankgold in die Schweiz zu holen
  • Die SNB hat 5 Jahre Zeit, um den 20%igen Goldanteil an der Gesamtbilanz zu erreichen

Noch im Jahr 1996 betrug der Goldbestand der Schweizer Nationalbank 63% ihrer Bilanzsumme. Die Goldbestände verringerten sich bis heute um nahezu 90%.

Bis 1999 sah die Schweizer Verfassung eine Golddeckung von mindestens 40% aller im Umlauf befindlichen Banknoten vor. Nach dem Beitritt zum Internationalen Währungsfonds und der Weltbank 1992 verpflichtete sich die Schweiz die Teilgolddeckung des Schweizer Franken gemäß den Statuten der Organisationen aufzugeben. Nach der Änderung der Verfassung im Jahr 1999 verkaufte man ab dem Jahr 2000 50% der Goldbestände nahe abgeseer Tiefstpreise von unter 300 US$/Unze (aktuell 1.200 US$/Unze).

Viele Schweizer haben der SNB die Aufgabe der Golddeckung zu schlechten Konditionen bis heute nicht verziehen. Aktuelle Umfragen lassen ein knappes Resultat des Referendums erwarten: Online-Umfragen zeigen eine Zustimmungsquote zur Schweizer Goldinitiative von 65% und eine Ablehnungsquote von 34% zur Goldinitiative (Quelle: http://www.eidgenoessische-abstimmungen.ch/abstimmungen-initiativen-schweiz/gold-initiative-schweiz/), während das Demoskopie-Institut gfs.bern in ihrer jüngsten Umfrage eine knappe Mehrheit für die Gegner der Initiative prognostiziert.

Noch mehr sehen viele Eidgenossen die Unabhängigkeit der Schweiz durch die Kopplung („Peg“) des Franken an den Euro in Gefahr. Um diese Kopplung aufrecht zu erhalten und eine Aufwertung des Franken gegenüber dem Euro zu verhindern, interveniert die SNB massiv am Devisenmarkt, in dem sie Franken aus dem Nichts erschafft und damit Euro aufkauft. Ziel der Franken-Drückung ist der Schutz der schweizerischen Exportwirtschaft und deren Wettbewerbsfähigkeit.

Per Stand Ultimo September 2014 ist die Bilanzsumme der SNB auf über 520 Mrd. Franken angeschwollen. Bereits jetzt investiert die SNB ca. 8% des frisch erzeugten Geldes in Aktien. Eine weitere Diversifikation des Vermögensportfolios der SNB mittels Gold ist ein Ziel der Initiative.

Quelle: Thomson Reuters Datastream | Grafik: Solit Management GmbH (Stand Ultimo September 2014)

Sollte die Initiative erfolgreich sein, ginge ein starkes Signal für die gesamte Welt davon aus. Gold wäre wieder in aller Munde und der Volkswille zu einer soliden, goldgedeckten Währung nicht mehr aus der Welt zu schaffen.

Abgesehen von positiven kurzfristigen Preiseffekten würde die steigende Nachfrage nach Gold auch nahhaltig positive Preiseffekte hervorrufen, ganz abgesehen von dem Beispielcharakter für andere Notenbanken (siehe Artikel „EZB plant Ankauf von Gold, Aktien und Staatsanleihen“).

Hielte die SNB an ihrer Politik der Devisenmarktinterventionen fest, würde sich ihre Bilanz weiter deutlich aufblähen, was den Bedarf an Gold zur Wahrung der geforderten Bilanzrelationen von 20% zusätzlich massiv erhöhen würde. Die SNB müsste dann pro Jahr mehr Gold kaufen als bislang alle Notenbanken zusammen.

Allein die Diskussion um eine Volksbefragung zur Teilgolddeckung einer wichtigen Währung findet international große Beachtung und hat die Diskussion um die Solidität unseres Währungssystems neu belebt. Für die Attraktivität von Gold ist damit bereits unabhängig vom Ausgang des Volksentscheides ein positiver Werbeeffekt erreicht.


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