Das Silberangebot – Reserven und Ressourcen

Das Silberangebot wird analog zum Goldangebot aus drei Quellen generiert. Neben den klassischen Minenproduzenten treten auch Zentralbanken als Anbieter auf dem Silbermarkt auf. Zudem trägt das Silber-Recycling zum Marktangebot bei.

SIlberangebot in Mio. Oz

Trend beim Silber-Angebot

Die Nachfrage nach Silberwaren erreichte 2014 eine Menge von 60,7 Mio. Unzen und verzeichnete damit im Vergleich zu den 58,8 Mio. Unzen im Vorjahr ein leichtes Plus.

Mit 594,9 Mio. Unzen stammten über die Hälfte der physischen Silbernachfrage aus der Industrie. Die Elektronikbranche schlug dabei mit 263,9 Mio. Unzen zu Buche.

(Quelle: Silver Institute, “World Silver Survey” Stand: Mai 2015)

Silber-Recycling zur Gewinnung von Silber

Die Silbervorkommen werden durch den steigenden Abbau des Rohstoffes immer knapper. Darüber hinaus steigt die Nachfrage nach Silber besonders im Hinblick auf die fortschreitenden Technologien überproportional an. Laut Expertenschätzungen sind die natürlichen Bestände an Silber weltweit, die sich nach den aktuellen Zahlen des U.S. Geological Survey noch auf 570.000 Tonnen belaufen, in rund 21 Jahren erschöpft. Um die Reserven  des Silbers, welches sich aus heutiger Sicht gewinnbringend abbauen lässt, jedoch zu schonen, wird immer mehr Silber recycelt. Um Silber zurückzugewinnen werden Silberbesteck, Silberschmuck, Silbermünzen- und Barren, Elektronikschrott und weitere Gebrauchsgegenstände aus dem Edelmetall eingeschmolzen und recycelt. Derzeit beläuft sich der Anteil an wiedergewonnenem Silber auf etwa ein Viertel der gesamten Silberproduktion.

Aufgrund der Förderung von Silber, die meist in engem Zusammenhang mit der Gewinnung von anderen Rohstoffen, wie z.B. Kupfer, Zinn, Zink, Blei oder Gold, stehen, lassen sich die Produktionskosten für reines Silber nur sehr schwer kalkulieren.

Pro Jahr fallen in Deutschland zwischen 1,5 und 2 Millionen Tonnen Elektroschrott an, in dem wertvolle Metall-Rohstoffe wie Silber, aber auch Gold, Kobalt oder Kupfer, enthalten sind. Nur knapp 700.000 Tonnen, also etwa 40% davon, werden ordnungsgemäß in einem Wertstoffhof entsorgt. Eine Tonne des elektronischen Abfalls enthält circa 140 Gramm Silber, was je nach aktuellem Silberpreis in etwa einem Wert zwischen 50 und 70 Euro entspricht. Konzentriert man sich lediglich auf Handyschrott, so enthält die gleiche Menge sogar bis zu 2,5 Kilogramm des Edelmetalls – der Wert hierfür kann sich auf satte 880 bis 1400 Euro belaufen.

SIlberanteil in Elektroschrott

Minen-Neuproduktion

Minenproduktion von Silber

Lediglich 30 % der Weltsilberminenproduktion entfällt auf reine Silberminen, so genannte Primärminen, deren Hauptziel die Förderung von Silber ist. Knapp 70 % der jährlichen Minenneugewinnung von Silber sind auf Sekundärminen zurück zu führen, bei denen Silber als Koppelprodukt auftritt.

Silber fällt dabei als Nebenprodukt aus der Zink-, Blei-, Kupferoder Goldförderung an (abnehmender Silberanteil in Aufzählungsfolge) und mindert dabei die Produktionskosten des jeweiligen Hauptproduktes. Ein nachfragebedingter Förderungsrückgang der zuvor aufgezählten Koppelprodukte bewirkt somit auch einen Rückgang des Silberangebots und bringt eine Verknappung mit sich.

Jedoch legte die geförderte Silbermenge in 2014 von im Vorjahr 835 Mio. Unzen auf 877,5Mio. Unzen Silber zu, was ein Plus der Produktionsmenge um 5 Prozent bedeutet. Mexiko, Peru, China, Australien und Chile gehören derzeit in dieser Rangfolge zu den größten Ländern, die die größte Silbermenge produzieren.

Silber-Recycling leicht rückgängig

Das Altsilber-Recycling hat nach Angaben des Silver Institute zwischen 1999 und 2008 einen durchschnittlichen Anteil von 20-22 % des jährlichen Silberangebotes betragen und somit ein konstantes Volumen zum Marktangebot beigesteuert. Aktuell nimmt dieser Beitrag jedoch weiter ab, da wegen der Einführung der digitalen Fotografie mit einer stetigen Abnahme der Silbergewinnung aus dem Recycling von fotografischen Chemikalien zu rechnen ist.

Das Angebot an Altsilber in 2014 wurde mit ca.168,5 Mio. Unzen angegeben, was einen Rückgang um ca. 13%bedeutet. Somit wurde seit 1996 der niedrigste Angebotswert an Altsilber aufgezeichnet.

Zentralbankangebot

Ähnlich wie bei Gold haben Zentralbanken auch im Silbermarkt eine zentrale Position inne. Im Gegensatz zu Gold handelt es sich bei Silber um einen Rohstoff, der einem hohen industriellen Verbrauch unterlegen ist, so dass mit der Deckung von Angebotslücken durch Verkäufe der Zentralbanken zum Zwecke der Silberpreisstabilisierung zwangsläufig auch eine unwiederbringliche Abnahme der weltweiten Zentralbankbestände an Silber verbunden ist. Im Jahr 1997 wurden nach Angaben des „The Silver Institutes“ zuletzt Nettokäufe durch Zentralbanken verzeichnet.

2017-04-20T13:18:04+00:00