Trump-Jump, Trump-Crash, Trumpflation

Marktkommentar vom 16.11.2016

Die jüngsten Turbulenzen an den Kapitalmärkten zeigen die Verunsicherung der Marktteilnehmer bis hin zu offenkundigen Fehlinterpretationen des US-Wahlausganges.

Die erste und intuitive Reaktion war ein erwarteter Crash bei den Aktien. So büßte beispielsweise der deutsche Leitindex DAX 30 bis zu 6% an Wert ein, der japanischen Nikkei 225 brach in der Spitze um knapp 8% ein. Parallel dazu stürzte in der Wahlnacht der US-Dollar ab und der Markt für US-Staatsanleihen brach kurzfristig in Panik aus.

Auch die US-Aktienindizes wurden wegen zu starker Kursverluste „Limit-Down“ vom Handel ausgesetzt. Der Goldpreis sprang aus dem Stand um 60 US-Dollar pro Unze nach oben.

Das Bild drehte sich anschließend im Laufe des Tages, so dass schlussendlich die Aktienidizes gar deutlich im Plus geschlossen haben. Nicht wenigen Marktteilnehmern scheint im Laufe des Tages klar geworden zu sein, welche Auswirkungen das von Donald Trump angekündigte Wirtschaftsprogramm haben könnte – massive Ausweitung der Neuverschuldung zur Finanzierung gigantischer Infrastrukturvorhaben. Während der achtjährigen Obama-Präsidentschaft häuften die USA nochmals genauso viele Schulden an wie während aller vorangegangenen Präsidentschaften zusammen. Eines scheint jetzt schon festzustehen – Donald Trump wird die Rotoren der Aufschuldung nochmals um mindestens einen Gang hochschalten!

Ob das fiskalische Stimuluspaket – bereits als „Trumponomics“ bezeichnet – tatsächlich eine positive und vor allem anhaltende Auswirkung auf die US-Wirtschaft wird haben können, bleibt abzuwarten. Auch die US-Aktienmärkte scheinen von der Tragfähigkeit der Strategie noch nicht vollends überzeugt – so konnten der breit gefasste Technologieindex NSADAQ 100 ebenso wie der S&P 500 im Unterschied zum Dow Jones Index keine neuen Höchststände verzeichnen.

Nicht wenige Marktbeobachter schreiben überdies der während der US-Präsidentschaft von Ronald Reagan installierten „Working Group on Financial Markets“, häufig auch Plunge-Protection-Team (PPT) genannt, einen nicht unerheblichen Anteil an der unmittelbaren Trendumkehr an den Märkten zu.

Mit oder ohne Intervention des PPT bleibt eine zentrale Entwicklung: ein Crash bei den US-Staatsanleihen mit stark steigenden Zinsen über alle Laufzeiten und Verlusten in Höhe von über 2,5 Billionen US-Dollar. Das Misstrauen v.a. der ausländischen Gläubiger gegenüber den ohnehin schon arg strapazierten Staatsfinanzen der USA mit Blick auf die von „President elect“ Donald J. Trump verkündeten Vorhaben ist immens. Dies alleine wird für die US-Finanzmärkte und die US-Wirtschaft bereits absehbar zu einem noch sehr teuren Problem werden, denn eine überschuldete Volkswirtschaft und ein überteuerter Aktienmarkt können eines überhaupt nicht vertragen: steigende Zinsen.

Steigende Zinsen und Aktien-Haussen sind unverträglich

Steigende Zinsen im Aktien-Haussen sind unvergträglich

Source: Thomson Reuters | Chart: SOLIT

Der weiterhin anhaltende starke Renditeanstieg am US-Anleihemarkt führte zur Rückabwicklung von sogenannten Carry-Trades – der Schludenaufnahme in vermeintlich höher verzinster Fremdwährungen – sowie zur Rückführung von in US-Dollar denominierten Verbindlichkeiten. Beides trieb den US-Dollar-Kurs nach oben, was sich auf Sicht nicht nur zu einem handfesten Problem für die Wettbewerbsfähigkeit sowie Ertragserwartungen von US-Unternehmen darstellt, sondern auch für alle Dollar-Kreditnehmer überall auf der Welt.

US-Dollar-Index im Höhenflug

US Dollar Index im Hoehenflug

Source: Thomson Reuters | Chart: SOLIT

Trotz der kurzfristigen Preisvergünstigung der Edelmetalle Gold und Silber in US-Dollar, fiel die Verbilligung in Euro betrachtet eher moderat aus. Dies ist auf den Dollar-Höhenflug zurück zu führen. Die edlen Geldmetalle sind weiterhin die erfolgreichsten Anlageklassen dieses Jahres.

Anlageklassen im Vergleich
in Euro, Daten bis 15. November

Anlageklassen im Vergleich in Euro

Source: Thomson Reuters | Chart: SOLIT

Die Ampeln für Gold und Silber stehen auf Grün

Die wesentlichen und durchweg positiven Rahmenbedingungen für Gold und Silber haben sich nach der Wahl des neuen US-Präsidenten noch verstärkt. Die Überschuldung der USA wird sich nunmehr drastisch beschleunigen. Schon alleine aufgrund des niedrigen Basiseffekts der Rohstoffe, verglichen mit deren Preisniveaus vor Jahresfrist, ergänzt um die Auswirkungen des angekündigten „Deficit Spendings“ der zukünftigen Trump-Administration, wird das Thema Inflation in Kürze auf die Tagesordnung der Kapitalmärkte zurück kehren.

Vieles erscheint bezüglich der konkreten Wahlauswirkungen ungewiss. Der fortgesetzte Vertrauensverlust in die Solidität der (Noch-)Weltleitwährung US-Dollar sowie die spiegelbildliche und beschleunigte Fortsetzung der Aufwertung von Gold und Silber gegenüber den ungedeckten Währungen dürften in den kommenden Jahren jedoch gewiss sein.

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